Unabhängig davon, ob die Latex-Zapfer und anderen Arbeiter auf einer Kautschukplantage arbeiten oder der Rohstoff von Kleinbauern stammt – häufig ist die Produktion von gravierenden ökologischen oder sozialen Missständen geprägt. So können Zustände unzureichender Sicherheitsstandards, ein übermässiger Einsatz von giftigen Chemikalien als Pestizide oder gar Kinderarbeit herrschen. Nicht allein die Natur trägt ihre Spuren übermäßigen Agrargifteinsatzes – auch die Plantagenarbeiter und Zapfer gefährden durch die Arbeit mit den Mitteln ihre Gesundheit. Zu den ökologischen und sozialen Faktoren beim Anbau von Latex spielen auch die zunehmend niedrigen Weltmarktpreise für den Rohstoff eine große Rolle, weshalb es dringend einer nachhaltigen Lösung bedarf.
Auf dem Weltmarkt sind die Preise für Naturkautschuk starken Schwankungen ausgesetzt, die die Produzenten wie Zapfer und Plantagenmitarbeiter unmittelbar zu spüren bekommen. Als Folge der niedrigen Weltmarktpreise für das Gummi des Kautschukbaums macht sich Armut breit. Auch zunehmende Verstösse gegen Arbeitsrechte gehören längst nicht mehr zur Seltenheit. Außerdem wird in den asiatischen Ländern bei der Entscheidung nach Wirtschaftlichkeit häufig der Ölpalme statt dem Gummibaum der Vorzug gewährt, da diese höhere Erträge verspricht. Allerdings sind Kautschukbäume deutlich nachhaltiger als viele tropische Hölzer, weil sie beispielsweise ein Vielfaches an Kohlendioxid speichern. Gleich mehrere Anhaltspunkte, um den fairen Handel im Naturkautschuksektor hervorzuheben. Indem eine zusätzliche Fair-Trade-Prämie pro Kilogramm Trockenmasse ausgezahlt wird, schafft der faire Handel einen kleinen finanziellen Spielraum, um zusätzliche Massnahmen umzusetzen, die die Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort verbessern.
