Nach wie vor werden die meisten Kondome, wenn Sie nicht aus synthetischen Materialien und Kunststoffen wie Polyurethan oder Ployisopren oder Nitril sind, aus Naturkautschuk hergestellt. Dieser wird aus dem Saft des Kautschukbaums (Hevea brasiliensis) gewonnen. Dabei wird die Rinde von Gummizapfern angeritzt, so dass der Milchsaft Latex aus dem Baum fliessen kann. Je nach Anwendung wird dieser auf verschiedene Arten weiterverarbeitet. Der frisch gezapfte Gummi“saft“ wird auch als „Latexmilch“ bezeichnet, und wie Milch muss er haltbar gemacht werden.
Die Flüssigvariante heisst zentrifugiertes Latex, zur Haltbarmachung wird Ammoniak eingesetzt. Dies ist der Ausgangsstoff für alle Tauchprodukte (Ballblasen, Luftballons, Kondome, Haushaltshandschuhe …).
(Für die festen Rohstoffe wird die Latexmilch mit Säure koaguliert (wie Joghurt), danach wird das Wasser ausgepresst und die Rohmasse an der Luft oder mit Hitzezufuhr getrocknet, gegebenenfalls auch mit Rauch haltbar gemacht. Diese Zwischenstufen heißen u.a. Pale Light Crepe (PLC – hellblasser Krepp) und Ribbed Smoked Sheet (RSS – gerippte geräucherte Stücke), und es gibt sie jeweils in verschiedenen Qualitätsstufen. Für einen Sneaker z.B. nimmt man RSS für die dunklen Sohlenteile, PLC für die weißen Gummiteile und zentrifugierten Latex als Klebstoff.)
